Wolfgang Behringer, geb. 1956, ist Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität des Saarlandes. Bei C.H.Beck sind von ihm u.a. erschienen: Hexen. Glaube, Verfolgung, Vermarktung (62015) und Tambora und das Jahr ohne Sommer. Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte (2015).
Ein Pionierwerk der globalen Klimageschichte Im Jahr 1816 spielte das Klima verrückt. Der Winter brachte extreme Kälte. Sintflutartige Regenfälle führten in Asien zu gewaltigen Überschwemmungen. In Westeuropa und Nordamerika erlebte man das "Jahr ohne Sommer". Die Ursache aber kannte niemand: Es war der Ausbruch des Tambora im heutigen Indonesien, der größte Vulkanausbruch in der menschlichen Geschichte. Der Historiker Wolfgang Behringer erzählt die globale Geschichte dieser Klimakatastrophe, die die Welt auf Jahre hinaus in politische und soziale Krisen stürzte. Durch Missernten wurde 1817 zum "Jahr des Hungers". Es folgten Seuchen, die ganze Regionen lahmlegten, riesige Auswanderungswellen, politische Unruhen und Attentate, die eine vorrevolutionäre Stimmung erzeugten. In Deutschland machte man die Juden zum Sündenbock der Misere, in Südafrika die Hexen, und in China untergruben Geheimgesellschaften die Autorität des Staates. Eindrucksvoll zeigt Wolfgang Behringer, wie der Tambora-Ausbruch die Fähigkeit der menschlichen Zivilisation prüfte, mit der dramatischen Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen umzugehen. Am Ende trug die Klimakatastrophe auch zu einer Umschichtung in der Weltpolitik bei:...