
Svenja Goltermann
Svenja Goltermann, geboren 1965, ist Professorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich und Direktorin des dortigen »Zentrum Geschichte des Wissens«. Sie studierte in Konstanz und Bielefeld, habilitierte sich an der Universität Bremen und war Dozentin an der Universität Freiburg. Ihr Buch »Die Gesellschaft der Überlebenden. Deutsche Kriegsheimkehrer und ihre Gewalterfahrungen im Zweiten Weltkrieg« erschien 2009 und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem renommierten Historikerpreis (2008) und als Historisches Buch 2010 der Zeitschrift »Damals«. Sie ist Mitbegründerin der Online-Plattform www.geschichtedergegenwart.de
Gewaltlosigkeit
E-Book
Gewaltlosigkeit ist heute eine zentrale Verhaltensanforderung im gesellschaftlichen Umgang. Das war nicht immer so. Über die kaum bekannte Geschichte dieses tiefgreifenden Wandels.Was ist Gewalt? Was ist Gewaltlosigkeit? Können Emotionen Gewalt sein – und handeln »Klimakleber« gewaltlos? Zu beobachten ist, dass sich unser Verständnis davon, was alles Gewalt ist, in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich und weit über das Körperliche hinaus ausgeweitet hat. Gewaltlosigkeit ist seit 1945 in wachsendem Maße zu einer immer wichtigeren Verhaltensanforderung nicht nur im zwischenstaatlichen, sondern auch im gesellschaftlichen Umgang geworden. Diese komplexe Geschichte voller Überraschungen wird in diesem Band erstmals und aus einem breiten Blickwinkel untersucht: von den Überlebenden der NS-Verfolgung über die Friedenspädagogik, Debatten um das staatliche Gewaltmonopol und zivilen Ungehorsam, konservative Familienpolitik, pädagogisches Antiaggressionstraining bis hin zum Gewaltverständnis von Michel Foucault. Deutlich wird, wie die Verhaltensanforderung der Gewaltlosigkeit alle sozialen, politischen und kulturellen Bereiche durchdringt und damit unsere spät- oder postmodernen Gesellschaften prägt.Mit Beiträgen von: Corinna Bittner, Hubertus Büschel, Svenja Goltermann, Constantin Goschler, Till Kössler,...
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