Stefan Schwarz, geboren 1965 in Potsdam, ist Journalist und Schriftsteller. Er schreibt Theaterstücke und für das Fernsehen, u.a. das Drehbuch zur ARD-Serie «Sedwitz», vor allem aber Kolumnenbände wie «Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut» (2008) und Romane wie «Das wird ein bisschen wehtun» (2012) oder «Oberkante Unterlippe» (2016). Die Verfilmung seines Romandebüts «Hüftkreisen mit Nancy» wurde 2019 mit großem Erfolg im ZDF ausgestrahlt. Seine Lesungen genießen Kultstatus. Stefan Schwarz lebt mit seiner Familie in Leipzig.
Dass die Dinge anders laufen als geplant, ist der Modus der Geschichte. Auch wenn viele nach einer Logik suchen – sie ist voller unbeabsichtigter Resultate: Ob Kolumbus die Neue Welt entdeckt hätte, wenn er sich beim Erdumfang nicht verrechnet hätte? Ob van Gogh diese sehr besonderen Sonnenblumen gemalt hätte, wenn Kolumbus nicht die Syphilis nach Europa gebracht hätte? Und ob die ostdeutsche Physikerin Angela Merkel Kanzlerin der Bundesrepublik geworden wäre, wenn Günter Schabowski am 9. November 1989 nicht alles durcheinandergebracht hätte? Vieles, was zunächst konsistent erscheint, ist in Wahrheit auf ungeahnte Nebenwirkungen zurückzuführen. Darunter auch nützliche, wie sicher die britischen Minenarbeiter bestätigen, die 1994 an einer Medikamentenstudie zur Therapie von Angina pectoris teilnahmen und dabei fulminante Erektionen erlebten; die Tabletten wurden als Viagra bekannt. – Eine mitreißende Weltgeschichte des Unerwarteten und des Zufalls: vom Aussterben der Dinosaurier durch Asteroideneinschlag über die Schlacht von Austerlitz («Es sind ganz wenige, und hinter ihnen ist nur Nebel!») bis zum dramatischen Schrumpfen des einst...