Fenja Lüders, Jahrgang 1961, ist eine waschechte Friesin. Als Jüngste von vier Geschwistern wuchs sie auf einem Bauernhof direkt an der Nordseeküste auf. Für ihr Studium der Geschichte und Politik zog sie nach Oldenburg, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Neben dem Schreiben ist klassische Musik ihre große Leidenschaft.
Nordseeküste, 1825: In einer Sturmflutnacht wird ein Neugeborenes vor der Pastorei ausgesetzt. Es wird auf den Namen Clara getauft und in die Obhut des Lehrerehepaars gegeben. Schon bald fällt auf: Das Findelkind saugt Wissen auf wie ein Schwamm, ist aber auch höchst eigenwillig und trotzig. Alle Versuche, Clara zu einem fügsamen Mädchen zu erziehen, scheitern. Sie ist und bleibt die »wilde Deern«. Als sie mit fünfzehn allein für ihren Unterhalt aufkommen muss, nimmt sie eine Stellung als Melkerin auf einem der großen Marschhöfe an. Doch heimlich träumt sie von mehr: einer Ausbildung zur Hebamme. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit für jemanden wie sie. Doch Clara setzt sich durch...