Christin Habermann, 1991 im Rheinland geboren, studierte American Studies und kennt South Dakota aus eigener Erfahrung: 2010 arbeitete sie für sechs Monate in einer 1000-Einwohner Stadt inmitten der Prärie, lernte dort ihren heutigen Ehemann kennen, einen indigenen Amerikaner der Lakota Nation, und kehrte in den folgenden fünfzehn Jahren immer wieder dorthin zurück. Sie ist u.a. Preisträgerin des Moerser Literaturpreises, des Deutschen Kurzgeschichtenwettbewerbs sowie des Putlitzer Literaturpreises. Wilde Sonnen ist ihr Debütroman.
Auf der Suche nach einem Ort, wo das Ankommen nicht immer schon ein Aufbrechen bedeutet Lille findet Pflanzen besser als Menschen, weshalb sie dankbar ist, sich als Botanikern mit nichtmenschlicher Materie beschäftigen zu können. Für einen neuen Forschungsauftrag zu Prärie-Steppenrollern wird die 33-jährige nach South Dakota geschickt. Lille kennt South Dakota, sie hat dort als junge Praktikantin ein Jahr auf einer Farm verbracht und dafür ihre zehn Jahre jüngere Schwester Fine, der sie wie eine Mutter war, in Deutschland zurückgelassen. Nach dreizehn Jahren ohne Kontakt steht Fine nun vor Lilles Tür und besteht darauf, sie nach South Dakota zu begleiten. Auf der Suche nach Steppenrollern ringen die Schwestern in der Weite und atemberaubenden Schönheit der Prärie um die Deutungshoheit ihrer Vergangenheit, um Schuld, Verzeihen und die Erkenntnis, dass Familie auch Heimat ist.